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RSK 1 – Godesberg 2 5,5:2,5

Am gestrigen Sonntag kam es erstmals zur Begegnung zwischen Ratingen und Godesberg.

Bei uns hatten erfreulicherweise alle zugesagt und so traten wir vollständig an.

Godesberg war eine Wundertüte, da sie parallel noch eine Verlegung der NRW-Liga an dem Tag hatten und immer mindestens 3 Spieler aus der 2. Mannschaft bei ihnen aushelfen mussten.

Letztendlich trat Godesberg zwar ein wenig ersatzgeschwächt an, waren aber dennoch auf dem Papier ein Gegner auf Augenhöhe.

Es gab also das „Spitzenduell“ zwischen Platz 1 und Platz 3.

Nach etwa 2 Stunden eröffnete Ralf den Tag für uns. Er bot in einer völlig ausgeglichenen Stellung unter ein wenig Zeitdruck Remis an, was der Gegner auch annahm.

Henry war als nächster fertig und brachte uns in Führung. Henry hatte eine scharfe Sizilianisch Variante auf dem Brett. Sein Gegner spielte eine Nebenvariante, wonach Henry korrekterweise einen Bauern opferte, um Gegenspiel zu kriegen. Anschließend wickelte sein Gegner falsch ab, indem er seine Dame gegen 2 Leichtfiguren und einen Bauern gab. Letztlich hat der Gegner einen Trick übersehen, wodurch die Stellung endgültig verloren war.

Dann kam natürlich (wer auch sonst) unser Mister Zuverlässig an 8, Rafael erhöhte auf 2,5:0,5. Rafael hat mit Weiß Jobava-London auf’s Brett gestellt und seinen Gegner damit vermutlich unangenehm überrascht. Dieser hielt jedoch sehr gut dagegen und kam nicht in Nachteil. Erst als das Mittelspiel voll im Gange und die Zeit für beide schon knapp war konnte Rafael mit einem für Jobava-London typischen Plan durchdringen, im Zentrum eine Figur für zwei Bauern + Angriff opfern. Der schwarze König blieb im Zentrum und der Angriff führte zu entscheidendem Materialgewinn.

Es deutete sich also bereits ein erfolgreicher Nachmittag an, da die laufenden Partien alle im Bereich des Ausgleichs waren.

Andreas kommentierte seine Partie mit: „Bei mir war es ein glückliches Remis. Zwischendurch +2 für den Gegner…“. Ein wenig Glück gehört aber ja bekanntermaßen ab und an dazu.

Benedikt lieferte sich ein absolutes Zeitnotduell mit dem Gegner. Ich konnte leider hier nicht so viel schauen, da auch meine Zeit ein wenig niedrig war. Nach meiner Wahrnehmung stand Benedikt zu Beginn der Zeitnotphase ein wenig besser, er hatte die aktiveren Figuren und der Gegner einen nicht perfekt geschützten König. In der Kürze der Zeit gelang aber weder Benedikt ein Durchbruch, noch dem Gegner ein Konter und so führte die dann geopferte Figur von Benedikt für 2 Mehrbauern und gefährliche Freibauern im Prinzip zu „Wer sich bewegt, verliert“ und die beiden einigten sich auf Remis zum 3,5:1,5.

In meiner Partie opferte mein Gegner früh einen Zentrumsbauern für aktives Figurenspiel, welches aber ohne direkte gefährliche Drohungen blieb und so stand ich zunächst einfach besser. Allerdings fand mein Gegner immer neue Ideen und schaffte es, meine Entwicklung auf verschiedene Wege zu erschweren und so war die Stellung dann einige Zeit lang ausgeglichen, bis ich einen riskanten Plan zur Vollendung meiner Entwicklung spielte. Dies bot dem Gegner einen Angriff auf meinen König an, der an 2 Stellen durch beidseitige Fehler wohl auch zu einer guten Stellung für ihn geführt hätte. Doch das sahen wir beide nicht und so verflachte der Angriff mit der Zeit und es blieb mein Mehrbauer im Zentrum. Dieser wurde dann mit der Zeit immer stärker und war am Ende der Matchwinner für mich zum 4,5:1,5.

Zuvor hatte man nach einem Remisangebots des Gegners an 7 schon einen der Gegner kommentieren hören mit: Das wird heute ne böse Klatsche geben hier.

Dirk hatte eine lange, ausgeglichene Partie, an deren Ende leider ein Bauer zu viel verloren ging im Endspiel und so musste er sich geschlagen geben.

Alex kommentierte seine Partie so: „Etwas übermüdet habe ich die Eröffnung nicht sehr genau gespielt, mein Gegner hat sein Londoner System sehr präzise und gekonnt umgesetzt und mich so in eine passive Stellung gebracht. Immerhin konnte ich die Stellung lange Zeit geschlossen halten, sodass sein Läuferpaar nur begrenzt nützlich war. Allerdings war ich auf Abwartezüge beschränkt, während Weiß recht viel Zeit damit verbrachte, nach Hebeln oder Sprengzügen zu suchen, die sich aber einfach nicht boten. So verstellt, wie die Stellung war, konnte Weiß auch einige der Bauern vor dem König gefahrlos in Bewegung setzen, doch auch diese kamen nicht weiter. Irgendwann wurden wohl Geduld und Zeit ausreichend knapp, dass Weiß den schwarzfeldrigen Läufer gegen meinen Springer zum Tausch anbot und gleichzeitig Remis vorschlug; er stand eigentlich sogar ein bisschen besser. Nach dem Tausch sah ich aber dank der übrigbleibenden ungleichfarbigen Läufer wenig Risiko zu verlieren, also ging es weiter. Auf der einzigen offenen Linie tauschten sich nun die Türme, sodass schließlich nur die Damen und je ein Läufer übrig waren – ein Duo mit großem Angriffspotenzial. Mein Gegner hat an dieser Stelle etwas zu eifrig versucht, einen Damentausch zu bekommen, sodass ich mit einem Ablenkungsangriff auf einen ungedeckten Randbauer meine Dame schließlich über die Grundreihe in das gegnerische Lager einschleusen konnte. Wegen der vorgezogenen Königsbauern führte das zu einer Vielzahl taktischer Drohungen, denen dann schnell zwei Bauern zum Opfer fielen, während mein eigener König weiterhin völlig sicher blieb. Als ich dann den Damentausch mit einem weiteren Bauerngewinn erzwingen konnte, hatte er genug und die Mannschaftsbilanz konnte um einen weiteren vollen Brettpunkt ergänzt werden.

Am Ende also erneut eine tolle mannschaftliche Leistung und ein Sieg, der uns weiterhin an der Tabellenspitze hält.

Ein wirklich sehr starker Saisonstart und gemeinsam schlossen wir das Jahr 2025 dann noch beim Italiener bei Nudeln, Pizza und guter Laune ab!

Ein großes Lob an meine Mannschaft, ihr seid der Hammer Männer!