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Erste Saisonniederlage der 1. Mannschaft gegen Niederkassel mit 3,5:4,5

In der 6. Runde der NRW-Klasse am gestrigen Sonntag mussten wir unsere erste Saisonniederlage in Kauf nehmen.

Wir traten erneut vollständig an und der Vormittag begann auch erstmal sehr vielversprechend mit einem kampflosen Sieg von Rafael und einem schnellen Sieg von Dirk, dementsprechend ein frühes 2:0.

Dirk hatte schnell eine gute Angriffsstellung bekommen und verwandelte souverän. Sein Kommentar zur Partie: „Mein Gegner hat die Eröffnung misshandelt, danach spielte es sich fast von alleine. Figurengewinn nach 18 Zügen.“

Andreas nahm die frühe Führung zum Anlass sich mit dem Gegner auf Remis zu einigen. „Ich bin nach der Eröffnung in eine Mittelspielstellung geraten, die ich nicht kannte, hatte keinen Plan und habe deshalb bei 2:0 für uns mal Remis angeboten, was mein Gegner annahm, weil er auch keinen Plan hatte.“

Dann passierte eine ganze Weile nichts und es rauchten alle Köpfe. Alex stand schlechter, Henry besser, Benedikt ausgeglichen, Ralf uneinschätzbar (geopferte Figur für Angriff) und ich stand ebenfalls ein wenig hinten drin, aber noch gegen Ausgleich.

Als es dann in die Zeitnotphase ging, bot Benedikts Gegner Remis an und so stand es zunächst 3:1. Benedikt hatte eine gute Partie gespielt mit folgender Einschätzung: „Ich bin gut aus der Eröffnung gekommen, stand dann lange deutlich besser. An ganz anderer Stelle als erwartet, habe ich dann 2 Möglichkeiten für positionelle Gewinnstellungen unter Bauern- bzw. Qualitätsopfer ungenutzt gelassen. Die Schlussstellung war dann völlig ausgeglichen.“

Es sah also nach einem erneuten Mannschaftssieg für uns aus, doch nun sollte das Drama folgen.

Alex, Ralf und ich stellten innerhalb weniger Minuten alle unsere Partien ein, teilweise sogar einzügig.

Alex spielte gegen einen starken Ersatzmann der Gegner und beschreibt seine Partie so: „Ich habe grundsätzlich etwas zu defensiv gespielt, am Ende aber einfach falsch gerechnet und einen Springer verschenkt.“

Ralf hatte in einem Gambit eine Figur geopfert und setzte voll auf den daraufhin folgenden Angriff. Er ärgerte sich im Nachhinein wohl mit am meisten von uns: „Nach guter Eröffnung verpasste ich im 14. Zug den Gewinnzug. Dadurch fehlte dem Angriff die Durchschlagskraft und ich war verloren.“ Diese Variante und den entsprechenden Gewinnzug (den man ohne ihn zu kennen wirklich nicht findet) hatte Ralf wohl auch schon vor Jahren mal auf dem Brett gehabt, aber in dem Moment konnte er sich einfach nicht dran erinnern und war deshalb zurecht sehr verärgert.

Meine Partie verlief ein wenig ähnlich wie die von Alex. In einem Gambit, was mein Gegner zum 1. Mal so spielte, übersah ich den entscheidenden Zug, der den Bauerngewinn rechtfertigt und die Stellung sofort zugunsten von Schwarz bewertet. So wie ich es dann spielte hielt es sich aber auch sehr lange im Gleichgewicht und es war insgesamt schon eine ordentliche Partie. Ich verpasste an 2 Stellen einen kleinen Vorteil, er ebenso und es sah optisch zwar etwas erdrückend aus, die Stellung hielt sich aber im Gleichgewicht. In einem Moment, wo ich dann dachte durchatmen zu können, indem ich mich von seinem Druck befreie, stellte ich einfach ganz plump einen Bauern ein, der die Stellung sofort unhaltbar machte. Sehr schade.

So stand es also plötzlich 3:4 und wir mussten bangen. Die gesamte Mannschaft war noch geblieben und versammelte sich um Henrys Brett zur Unterstützung.

Es war aber leider ein Endspiel entstanden, was nicht gewinnbar war ohne einen krassen Fehler des Gegners. Aber hierzu mehr in Henrys Bericht: „Henry spielte eine relativ vernünftige Partie mit Schwarz. Er kam gut aus der Eröffnung und konnte einen kleinen Vorteil behaupten. Aufgrund mehrerer Ungenauigkeiten des Gegners erhielt Henry eine sehr gute, nahezu gewonnene Stellung, welche er jedoch nicht ganz korrekt abwickelte, sodass er „nur“ eine Qualität gegen einen Bauern bekam. In der daraus resultierenden Stellung war es sehr schwer durchzukommen, da der Gegner seinen Springer so hinstellte, dass Henrys Türme nicht wirklich etwas bewirken konnten. Schließlich kam es zu einem Endspiel, wo am Königsflügel jeweils 3 Bauern waren und Henry einen Turm gegen Springer hatte. Die Bauernstellung war leider so, dass es sich um eine Festung des Gegners handelte und so hatte Henry keine Chance zum Durchbruch und gab es nach einigen Versuchen dann auch Remis.“

So endete der Kampf leider mit 3,5:4,5 gegen uns. Im bisherigen Saisonverlauf hatten wir bei so knappen Situationen die Fortuna durchaus hinter uns stehen und Glück und Pech gleichen sich ja bekanntermaßen aus.

Die direkte Konkurrenz hat ebenfalls verloren und es entwickelt sich ein sehr spannender Kampf um die oberen Tabellenplätze mit nun 3 punktgleichen Mannschaften, wovon wir eine Mannschaft sind. Gegen die anderen beiden Teams spielen wir in den letzten beiden Runden, es bleibt also spannend bis zum Schluss.

Der nächste Kampf in 3 Wochen, am 22.02., findet auswärts bei der SG Siebengebirge statt.