Am vergangenen Sonntag ging es für uns nach Solingen – ein wichtiges Duell im Kampf um die oberen Plätze.
Leider fielen bei uns Ralf und Henry aus, dafür sprangen Uwe und Christian ein.
Die Motivation war groß, denn es war klar, dass wir, wenn wir etwas mitnehmen, am letzten Spieltag zu Hause gegen Welper einen Aufstiegskampf haben.
Dementsprechend gut gelaunt gingen wir gegen gut aufgestellte Solinger ans Werk.
Es dauerte eine Weile, und die Stellungen waren überall noch sehr ausgeglichen, als Alex mit einem Remis den Kampf begann.
Alex schreibt dazu: „Mein Zeitmanagement war nicht gut, daher habe ich ein Remisangebot bei unübersichtlicher, jedoch guter Stellung im 11. Zug angenommen.“
Christian folgte kurz darauf. Nach einer langen Hauptvariante in der Eröffnung einigten sich beide in ausgeglichener Stellung auf Remis.
Von hier an sollte sich der Kampf etwas zuspitzen …
Dirk musste sich leider geschlagen geben. Hier war eine Variante aufs Brett gekommen, die Dirk nicht so gut kannte und aus der eine vermutlich ausgeglichene Stellung entstand, jedoch mit vielen Möglichkeiten für den Gegner. Dieser spielte dann auch sehr stark weiter und holte den vollen Punkt für Solingen zum zwischenzeitlichen 2:1.
Nach etwa drei Stunden war dann abzusehen, dass es schwierig werden würde, da sowohl Andreas als auch Rafael und ich schlechter standen. Benedikt hatte ein ausgeglichenes Endspiel, lediglich Uwe war ein Lichtblick mit einer guten Stellung.
Doch es kam ein wenig anders, denn Andreas holte zu einem Angriff aus und plötzlich war der Gegner im Mattnetz – trotz Dame, die er gegen Turm und Springer gewonnen hatte. So fuhr Andreas also den ganzen Punkt zum Ausgleich ein.
„Mein Gegner spielte eine seltene Variante im Philidor, gewann meine Dame gegen Turm und Springer, stand danach plötzlich schlechter und nach einigen ungenauen Zügen in Zeitnot auf Verlust.“
Andreas steht somit bei unglaublichen 5,5 Punkten aus 7 Spielen!
Kurz darauf musste ich mich leider geschlagen geben. Gegen meinen jungen, starken Gegner, den ich schon viele Jahre kenne, geriet ich in eine Variante, die mir einfach nicht zu liegen scheint und gegen die ich häufiger schon Probleme hatte. Ich hatte meine Möglichkeiten auf ein spannendes Spiel, traute mich an der entscheidenden Stelle aber nicht konsequent genug. So entstand ein Endspiel, in dem meine letzte Chance ein Qualitätsopfer für einen guten Springer war. Da aber noch Damen und auch Türme auf dem Brett waren, verpuffte diese Chance, und so musste ich nach meinem grandiosen Saisonstart die dritte Niederlage in Folge in Kauf nehmen. Sehr ärgerlich, da ich in allen drei Partien eine ausgeglichene Stellung verschenkt habe.
Benedikt einigte sich dann auf ein Remis zum 3,5:2,5. Hier war bereits aus der Eröffnung heraus eine sehr geschlossene Stellung entstanden. Mit der Zeit tauschte sich vieles ab, und es kam zu einem Turmendspiel mit jeweils sieben Bauern. Dieses Endspiel mit verketteten Bauern war völlig ausgeglichen, und das Remis nur eine Frage der Zeit.
1,5 Punkte fehlten also noch zum 4:4, und es sah schwierig, aber machbar aus. Rafael stand leicht schlechter, und Uwe hatte eine Dame gegen zwei Türme bei beidseitig offenen Königen und dementsprechend guten Chancen.
Doch die Spannung sollte noch weiter unerträglich bleiben …
Nach etwa vier Stunden war es dann soweit: Rafaels Gegner bot Remis an, was Rafael auch annahm.
„Mein Gegner heute hat mich gut überspielt. Kein Wunder bei meiner anhaltenden Form- und Motivationskrise. Remis hätte ich jederzeit gerne genommen, aber er wollte das erst dann, als er klar besser stand. So konnte ich ihm heute von der Schippe springen.“
Es hing also an Uwe, der am Morgen noch gescherzt hatte, dass er der MVP wird. Doch genau so kam es, denn trotz beidseitiger Zeitnot, einer Mattdrohung der Gegnerin und eines kurzen Schocks von Uwe selbst – der kurzzeitig dachte, dass er in ein Dauerschach geraten war – konnte Uwe das Spiel gewinnen und den vollen Punkt zum 4:4 einfahren!
Und so ist der „Traum“ wahr geworden: Am letzten Spieltag zu Hause, am 3. Mai, geht es bei uns gegen den Tabellenführer aus Welper um den Aufstieg! Die Stimmung wird unglaublich sein, und ich lade hiermit schon alle Leser zum Vorbeischauen, Anfeuern und Stimmung-Aufsaugen ein!
Es ist eine wirklich starke Saison und ich bin sehr stolz auf euch, Männer! Man darf nicht vergessen, dass wir in den letzten Saisons immer um den Abstieg gekämpft haben. Wir mögen zwar diese Saison die etwas leichtere Gruppe bekommen haben, als wir von Gruppe 3 in Gruppe 4 gerutscht sind, das Saisonziel war aber trotzdem der Klassenerhalt – und jetzt spielen wir sogar um den Aufstieg mit.
Von daher ist es völlig egal, wie der letzte Kampf läuft: Es ist eine tolle Saison, und die Stimmung am 3. Mai wird nochmal richtig großartig sein!