Am Sonntag spielten wir zu Hause die letzte Runde der diesjährigen NRW-Saison, und gegen Welper ging es um den direkten Aufstieg. Es war das Spitzenspiel am letzten Spieltag und sollte dementsprechend eine Menge Spannung bieten.
Leider mussten wir auf Dirk und Benedikt verzichten, dafür spielten Robert Rombald und Clemens.
Das Wetter war gut, der Kaffee fertig, und so startete der Kampf.
Bereits nach 4 Zügen erhielt Rafael ein Remisangebot, welches er auch annahm. Beide Spieler waren hier wohl etwas nervös.
Robert bescherte uns dann nach etwa 2 Stunden den ersten vollen Punkt, nachdem sein Gegner einen Fehler gemacht hatte:
„Ich hatte das erste Mal Caro-Kann gespielt und das etwas ungenau. Mein Gegner hat es aber nicht gemerkt oder verfolgte andere Pläne. Er übersah in einer eigentlich druckvollen Stellung einen Bauernverlust bzw. hatte er eine andere Abwicklung berechnet und dabei ein Zwischenschach übersehen, das zum Turmverlust führte. Drei Züge später gab er die Partie auf.“
Die Zeit verging, und der Raum füllte sich mit Zuschauern. So voll habe ich unseren Spielsaal auch noch nie erlebt. Man musste sich schon ein wenig durch die Zuschauer schlängeln, um an die Bretter zu gelangen. Wirklich toll, dass so viele Zuschauer vorbeigeschaut und mitgefiebert haben.
Die Spannung sollte aber langsam den Höhepunkt erreichen: Ich stand vollkommen ausgeglichen, Ralf hatte eine bessere Stellung, Andreas stand von Beginn an bei sehr aggressiver Spielweise des Gegners unter Druck, Henry stand leicht besser, Alex hatte eine sehr schwierige Stellung, und Clemens stand auch besser.
Alex musste sich dann leider auch geschlagen geben. Nach der Eröffnung war ein Mittelspiel entstanden, das allerlei Chancen für beide Seiten bot. Der Gegner spielte das aber sehr stark weiter und verbesserte nach und nach seine Stellung. Bei seinem offenen König gegen das gegnerische Läuferpaar wurde es dann leider eine Frage der Zeit, und irgendwann war der Zugzwang erreicht.
Für den Moment also 1,5:1,5. Auch danach passierte eine Weile nichts, und alle waren hochkonzentriert.
Ralf hatte dann leider sowohl die Zeit überschritten als auch eine verlorene Stellung erreicht. Kurz und knapp zusammengefasst: „Völlig unnötig schon vor dem Erreichen des 20. Zuges in horrende Zeitnot gekommen. Wenig später war dann Schluss.“
Henry bot dann nach einer Weile Remis an, was sein Gegner auch annahm, zum 3:2:
„Ich habe eine relativ langweilige Partie gespielt. In der Eröffnung versuchte ich, mir direkt einen langfristigen Vorteil mit dem Läuferpaar zu verschaffen. Jedoch kam es anschließend zu einer Stellung, die relativ geschlossen war, wobei mein Gegner mir Remis anbot, welches ich ablehnte und versuchte, die Stellung zu öffnen. Dies gelang mir auch, jedoch musste ich einen Läufer tauschen, wonach ich keine richtigen Chancen sah, das Spiel noch zu gewinnen, weswegen ich Remis anbot, was er auch annahm.“
Bei mir galt dann Ähnliches, und auch ich bot ein Remis an, was mein Gegner annahm, da er sah, dass der notwendige halbe Punkt für Welper (denen ein 4:4 reichte) sicher war. Auch meine Partie war ähnlich wie die von Henry. Mein Gegner spielte eine absolut fehlerfreie und solide Partie, in der ich nie über den Ausgleich hinauskam.
Clemens und Andreas spielten also noch. Clemens stand klar besser, und Andreas leider schlechter.
Clemens gewann seine Partie dann auch letztlich souverän. Schon von der Eröffnung an war es ein Spiel auf ein „Tor“, und in Zeitnot fand der Gegner dann nicht die besten Züge, was Clemens sehr stark ausnutzte.
Andreas war aus der Eröffnung heraus schon in eine unangenehme Stellung geraten, sein Gegner sprang ihn förmlich an. Und so musste der König in der Mitte bleiben, während der Gegner über die offene Königslinie Druck machen konnte. Am Ende reichte es leider nur, in ein Endspiel mit Mehrbauer für den Gegner zu gehen, der dann auch das 3,5:4,5 besiegelte.
Sehr schade, da wäre ein Sieg absolut drin gewesen, und es sah lange auch danach aus, als würden wir um diesen halben Punkt zum 4,5:3,5 kämpfen.
Aber überhaupt kein Grund für hängende Köpfe: Wir haben eine grandiose Saison gespielt und hatten auch niemals erwartet, überhaupt die Möglichkeit auf einen Aufstieg zu haben.
Hervorheben möchte ich noch unsere Topscorer: Rafael mit 6,5 aus 8, Andreas mit 5,5 aus 8 und Henry, der in seiner ersten Saison bei uns nicht nur 4 aus 6 holte, sondern auch ungeschlagen blieb! Ganz, ganz stark, ihr drei!
Auch unsere Ersatzspieler möchte ich an dieser Stelle hervorheben: Von insgesamt 9 Partien holten unsere Kaderspieler nämlich fabulöse 7 Punkte, und alle blieben ungeschlagen! Vielen Dank, dass ihr uns unterstützt habt!
Beim Saisonausklang konnten wir dann sogar noch jubeln, denn wir sind auf Platz 2 geblieben und haben somit erneut die Chance aufzusteigen, da es noch zwischen den vier Gruppenzweiten Stichkämpfe geben wird, bei denen noch drei der vier Mannschaften aufsteigen!
Es ist also trotzdem noch möglich, die Sensation zu erreichen und in die 4. Liga aufzusteigen!
Danke für euer Interesse an den Berichten und ein noch größeres Dankeschön an meine Spieler!
Euer Mannschaftsführer und Spielleiter
Fabian