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Aufstieg in die NRW-Liga!

Die Sensation ist geschafft: Ratingen I steigt in die 4. Liga auf!

Im zweiten Stichkampf um den Aufstieg in die NRW-Liga ging es am Sonntag zu Hause gegen Kempen.

Es war ein sehr spannender Kampf, der bis zum Ende einen Ausgang in beide Richtungen offenließ.

Andreas begann den Vormittag mit einem recht zügigen Remis. „Mein Gegner bot mir im 20. Zug in ausgeglichener Stellung Remis an, und da ich gut darin bin, wichtige Spiele zu verdaddeln, nahm ich an 😁.“

Es folgte länger nichts, es deutete sich aber schon an, dass wir alle sehr solide standen und Rafael bereits besser stand.

Auch Ralf hatte dann ein Remis auf dem Brett. „Im 21. Zug die Gewinnstellung weggeworfen und im Ärger eine immer noch bessere Stellung Remis gegeben.“

Unser Topscorer der Saison verwandelte dann bereits den ersten Matchball: Rafael vernichtete seinen Gegner an Brett 8 zum 2:1. „Mein Gegner leistete sich schon im 9. Zug eine ernste Ungenauigkeit. Danach kam ich zum Königsangriff, ohne Konter befürchten zu müssen. Schon im 16. Zug zeigte sich mein Gegner mit der Situation überfordert und schien die Objektivität verloren zu haben. Meine Ungenauigkeiten blieben völlig unbestraft, und so war die Partie im 18. Zug eigentlich schon entschieden, ab dem 20. Zug waren bereits Mattbilder in Sicht.“

Es mussten also „nur“ noch 2,5 Punkte aus den fünf verbleibenden Partien geholt werden, und es sah gut aus. Sowohl Benedikt als auch Alex, Dirk und ich hatten eine ausgeglichene Stellung mit Initiative auf unserer Seite. Bei Henry war es ein ausgeglichenes Endspiel. Es sah also gut aus!

Benedikt vereinbarte dann das nächste Remis. „Ich bin sehr gut aus der Eröffnung gekommen und stand lange besser, bis die Stellung nach einer kleinen Ungenauigkeit in ein Turmendspiel mit Mehrbauer verflacht ist, das theoretisch remis war (und praktisch auch remis wurde 🙂 ).“

Bei mir folgte dann eine Stellungswiederholung zum bereits vierten Remis aus fünf Partien. Ich hatte lange eine gewisse Initiative, mein Gegner konnte das aber gut verteidigen, und so verflachte die Stellung. Keine Partei konnte etwas riskieren, da es schnell nach hinten losgegangen wäre.

Auch Henry schloss sich der Mehrheit an, und auch hier endete die Partie remis. „Ich hab eine relativ langweilige Partie gespielt. Es kam schnell zu einem Massenabtausch, wodurch nach der Eröffnung ein ausgeglichenes Springerendspiel mit gleicher Bauernstruktur entstand. Daraufhin hat mein Gegner versucht, Druck aufzubauen, um das Spiel noch zu gewinnen, was aber eher in die falsche Richtung losging, und ich hatte zuletzt noch Chancen. Am Ende wurde es jedoch durch eine Zugwiederholung Remis.“

Es stand also 3,5:2,5, Dirk und Alex spielten noch. Die beiden hatten auch nach wie vor ein wenig mehr Initiative, es sah also so aus, als könnte es etwas werden mit der 4. Liga.

In der Zeitnotphase vereinbarte dann auch Dirk Remis. „Lange Zeit die angenehmere Stellung gehabt, bei beiderseitiger Zeitknappheit zwei ungenaue Züge in Folge gemacht. Danach hätte mein Gegner mit dem richtigen Zug Vorteil erlangen können. Insgesamt aber ein gerechtes Unentschieden.“

So hing es also an Alex. Bei einem Sieg oder einem Remis waren wir durch, bei einer Niederlage verlieren wir (aufgrund der Berliner Wertung, da Kempen dann an Brett 7 gewonnen hätte und wir „nur“ an Brett 8).

Und so musste der Gegner von Alex alles riskieren, und es fielen schnell zwei Bauern bei sicherer Königsstellung von Alex. Die Partystimmung wurde langsam spürbar. Doch dann der Schock: Alex stellte seinen Turm auf ein vergiftetes Feld, und plötzlich verlor er eine Qualität inklusive Bauer. Es wurde also noch einmal spannend. Es war jetzt ein Endspiel entstanden mit zwei Türmen gegen Turm und Läufer, wobei beide Seiten noch einige Bauern hatten, die allerdings festgelegt waren (die gegnerischen Bauern auf der Farbe von Alex‘ Läufer). Es war also noch in der Remisbreite, und es bestand weiterhin Hoffnung.

Das reicht aber jetzt aus meiner Sicht, ich wollte lediglich noch einmal die Spannung ein wenig wiedergeben. Alex selbst schreibt: „Meine schwarze Mannschaft hatte in einer ruhigen Variante eine passable Stellung erreicht, und der Gegner konnte oder wollte seine Bauernhebel nicht nutzen. So hatte ich Zeit zum Manövrieren und konnte schließlich im Zentrum einen Bauern gewinnen. Nun wurde der Druck auf die Königsstellung verstärkt, wo ein zweiter Bauer verloren ging. Damit war die Partie gewo – schön wär’s, ich übersehe stattdessen ein Zwischenschach und verliere eine Qualität und einen wichtigen Bauern. Glücklicherweise hat mein Gegner unpräzise weitergespielt, und ich konnte ein Turmpaar und ein paar gefährliche Bauern abtauschen. Jetzt war die Stellung komplett unentschieden, jedoch hat mein Gegner noch einen weiteren Bauern eingestellt, und ich konnte auf Angriff spielen und hoffen, dass vielleicht noch ein Fehler passiert. Weiß verteidigte ab jetzt allerdings tadellos, und so endete die Partie nach anstrengenden 107 Zügen mit Remis.“

Am Ende konnten wir uns also mit sieben Remis und einem Sieg von unserem Topscorer Rafael an Brett 8 mit 4,5:3,5 durchsetzen!

Insgesamt also eine Saison, in der ALLE ungeraden Mannschaften unseres RSK aufgestiegen sind! Wirklich grandios!