Zum Inhalt springen

RSK I – SG Solingen III 2,5-5,5

Am Sonntag fand die 2. Runde der NRW-Liga statt und leider gab es erneut eine 2,5:5,5-Niederlage, diesmal zu Hause gegen Solingen III.

Leider mussten wir erneut auf Alex und Walter verzichten, dieses Mal halfen uns Carsten und Norbert aus.

Ich kann vorwegnehmen, dass das Ergebnis in dieser Form deutlich zu hoch ausgefallen ist. Wir haben einen guten Kampf mit starken Partien gezeigt und es sah auch lange danach aus, als würden wir um den ersten Sieg kämpfen. Dann kippten die Partien aber leider der Reihe nach.

Benedikt machte den Anfang. Er erwischte nicht seinen besten Tag und wurde auf dem falschen Fuß erwischt:

„In der Eröffnung Züge vertauscht, dadurch sinnlos einen Zentrumsbauern verloren und dann konsequent schlecht weitergespielt.“

Das war es auch bereits für den Anfang und einige Stunden passierte erst einmal wenig. Doch es sah wirklich gut aus, denn als ich zwischendurch mal einen Blick auf die Bretter warf, nahm ich Folgendes wahr: Norbert, Carsten und Ralf standen sehr gut bis gewonnen; Rafael und Henry etwa ausgeglichen, aber leicht besser; Andreas stand leicht schlechter und meine eigene Stellung war ausgeglichen.

Carsten, der gegen seine alten Kollegen einen Extraschub an Motivation hatte, zeigte eine starke Partie und holte den vollen Punkt:

„In der modernen Verteidigung entwickelte sich schnell das typische Ungleichgewicht. Mein Gegner hatte ein breites Bauernzentrum und ich versuchte, am Damenflügel sofort Gegenspiel zu erlangen – zumal die lange Rochade noch einer der weißen Pläne hätte sein können. Durch eine Ungenauigkeit meines Gegners konnte ich einen Läufer auf d3 gegen zwei Bauern erobern. Dem materiellen Vorteil stand allerdings ein großer Raumvorteil von Weiß gegenüber. Zudem standen meine Figuren passiv. Gierig holte ich mir noch einen Bauern auf dem Damenflügel, büßte dabei allerdings 2 Tempi ein und musste mich sodann einem starken Angriff auf meinen König erwehren. Meine Einschätzung, dass ich den Angriff parieren können müsste, war richtig und so konnte ich trotz Nervenflattern bei wenig Zeit die Partie sicher (Fritz hat nicht gemeckert) nach Hause bringen.“

Rafael musste sich überraschend geschlagen geben:

„Mein Gegner hat eine Taktik übersehen, danach stand ich auf Gewinn. In Zeitnot habe ich es aber noch geschafft, alles zu vergurken.“

Dann musste leider auch Andreas die weiße Flagge hissen:

„Ich habe zum ersten Mal den Black Lion mit Angriff am Königsflügel aufs Brett bekommen. Leider konnte mein Gegner da abriegeln und sein Angriff am Damenflügel schlug dann letztendlich durch, zumal ich ab Zug 25 in Zeitnot war …“

Nun stand es also 1:3, der Kampf war aber aufgrund der letzten vier Partien mit jeweils ausgeglichenen bis besseren Stellungen für uns noch nicht entschieden.

Henry einigte sich kurz darauf auf ein Remis:

„Aus der Eröffnung heraus habe ich auf einen kleinen Vorteil durch mein großes Zentrum gehofft, um anschließend angenehm und langsam weiterspielen zu können. Mein Gegner jedoch stellte mich von Beginn an durch aktives Figurenspiel unter Druck, sodass ich auf ein paar taktische Einschläge Rücksicht nehmen musste. Wir kamen zu einer Stellung, in der ich leicht besser stand, wonach mein Gegner aber sehr gut verteidigte. Dann war es so weit: Mein Gegner stellte kurz vor der Zeitkontrolle die Partie ein, da er einen Zug übersehen hatte, den ich mit einer Minute auf der Uhr auch nicht gesehen habe. Daher kam ich am Ende ‚nur‘ in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern mit Türmen, wo ich einen Bauern mehr hatte, was aber leider nicht zum Gewinn reichte …“

Ich musste mich dann leider zum 4,5:1,5 für Solingen und der damit sicheren Teamniederlage geschlagen geben. In einer sehr ausgeglichenen Partie kannten wir uns beide gut aus und fühlten uns auch beide wohl in der Stellung. Im Mittelspiel übersahen wir beide Möglichkeiten, kleine Vorteile zu erhalten, und als es dann chaotisch auf dem Brett wurde, übersah ich einen wichtigen Zwischenzug in einer Kombination und danach war die Partie nicht mehr zu halten. Sehr schade, denn ich hatte es an sich richtig berechnet und wäre auch in Vorteil gekommen, wenn ich die Dame nur ein Feld weiter gezogen hätte … Aber hinterher ist man immer schlauer.

Ralf konnte dann noch seine sehr gute Stellung souverän verwerten und steht somit bei grandiosen 2/2! Sehr stark, Ralf!

„In der Eröffnung wich mein Gegner von mir bekannten Varianten früh ab, durchaus spielbar für ihn. Ich fand eine recht interessante Fortsetzung und mein Gegner traf dann die ein oder andere fragwürdige Entscheidung. Die Idee von ihm, wie ich lang zu rochieren, aber vorher b5 zu spielen, sah gefährlich für ihn aus. Ich nutzte meine Chance energisch und ließ meinem Gegner keine Chance mehr.“

Norbert setzte also den Schlusspunkt und musste sich leider auch noch geschlagen geben:

„Ich hatte den Gegner völlig überspielt (+5,0), worauf er ein Verzweiflungs-Turmopfer bringt. In Zeitnot nehme ich aber den Turm nicht, sondern mache mir eine zweite Dame, wonach er Dauerschach hat. Das versuche ich mit 10 Sekunden auf der Uhr krampfhaft zu vermeiden und lande in einem verlorenen Damenendspiel mit 2 Minusbauern.“

Insgesamt also eine 2,5:5,5-Niederlage, aber sehr ordentliche Partien. Wir nehmen also weiterhin mit, dass wir nicht chancenlos sind und mithalten können!

Beim nächsten Kampf am 29.11. in Brühl wird wieder frisch angegriffen, Männer!