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Premiere in der NRW-Liga, SF Lieme I – Ratinger SK I 5,5:2,5

Am Sonntag hatten wir dank der starken letzten Saison die Möglichkeit, erstmals in der NRW-Liga antreten zu dürfen.

Es ging direkt im ersten Kampf zur längsten Auswärtsfahrt nach Lieme mit zwei Stunden Fahrzeit.

Leider fehlten uns Alex und Walter, dafür traten Thomas und Christopher an.

Alle waren frohen Mutes und voller Vorfreude auf eine aufregende Saison gegen sehr starke Gegner.

Der Kampf startete mit einer Überraschung, da Lieme nicht vollständig antrat und das 7. Brett freiließ, wodurch wir mit 1:0 in Führung gingen. Ansonsten traten sie aber in nahezu Bestbesetzung an und so waren wir dennoch klare Außenseiter.

Ralf brachte uns nach etwa einer Stunde mit 2:0 in Führung! Er kommentierte seine Partie so:

„Nach längerer Schachpause trat ich meine Partie an Brett 4 mit Schwarz an. Es hat sich überraschend gut angefühlt – sicher auch aufgrund des Partieverlaufs. Mein Gegner spielte Trompowsky und versuchte, die Initiative zu erlangen. Das wollte ich jedoch nicht zulassen und erzwang den Damentausch in einer für mich unverlierbaren Stellung. Ein Remisangebot meines Gegners beim Damentausch lehnte ich mit Blick auf meine gute Stellung ab.

Kurz darauf machte mein Gegner einen Fehler, durch den er einen Bauern verlor und bei schlechter Fortsetzung sogar direkt eine Figur hätte verlieren können. Mein Gegner entschied sich für die schlechte Fortsetzung und verlor tatsächlich die Figur. Kurze Zeit später gab er die Partie auf.“

Der Kampf hatte also gerade erst begonnen, wir führten aber schon 2:0 und so war eine Überraschung vielleicht doch möglich.

Henry, Benedikt und ich hatten an den ersten Brettern wie erwartet sehr starke Gegner. Wir hielten tapfer dagegen, konnten aber leider alle drei langfristig die Partie nicht im Ausgleich halten und mussten uns geschlagen geben.

Henry schreibt dazu:

„Mein starker Gegner hatte mich heute schon früh aus meiner Vorbereitung gebracht, indem er mich mit geschickten Zugfolgen austrickste und ich anschließend in einer Stellung landete, in der er sich offenbar besser auskennt als ich. Daher waren mir die Pläne nicht ganz klar, als mein Gegner anfing, am Königsflügel anzugreifen. Den richtigen Plan habe ich dann sogar halbwegs korrekt gespielt, hatte aber viel Zeit dafür verwendet. Daraufhin habe ich aber leider einen falschen Zug am Königsflügel gemacht, der direkt die ganze Stellung öffnete, genauso wie meinen Königsflügel … Schlussendlich wurde mein König daher schwindelig gespielt und Materialverlust war nicht mehr vermeidbar, woraufhin ich aufgab.“

Bei mir lief es ähnlich: Die Partie startete wie erwartet und ich hatte nicht vor, mich zu verstecken, und zeigte das auch sehr früh. Es entstand eine spannende Stellung, die beide Seiten als angenehm empfanden, da es Chancen auf beiden Seiten gab. Leider fand ich dann nicht den richtigen Plan und nach einem Fehler war mein offener König leider nicht mehr zu retten.

Auch bei Benedikt lief es ähnlich. Er geriet leider früh in eine unangenehm zu spielende Abweichung und hielt zwar lange tapfer dagegen, übersah schlussendlich aber eine Taktik des Gegners und so musste auch er sich geschlagen geben.

Da muss man neidlos anerkennen, dass uns unsere Gegner sowohl am Brett als auch später bei der Analyse gezeigt haben, dass ihr Schach auf einem höheren Level ist als unseres.

Es stand also nun 2:3, der Kampf war aber nach wie vor offen. Andreas hatte eine sehr gute Stellung, Rafael stand ausgeglichen und Christopher stand zwar schlechter, ihn darf man aber nie abschreiben.

Leider musste sich Christopher eine Weile später dann geschlagen geben:

„Ein inkorrektes Bauernopfer im Mittelspiel in bereits schlechterer Stellung führte bereits in Verlustgefahr. Der Gegner nutzte das stark aus und ließ in der Folgezeit auch nichts mehr anbrennen.“

Rafael und Andreas mussten also gewinnen für ein 4:4. So griffen beide noch einmal an und gaben alles.

Rafael musste dann nach langem Kampf einsehen, dass die Stellung nicht mehr zu gewinnen war, und vereinbarte ein Remis:

„Meine Partie heute war dominiert von Ungenauigkeiten auf beiden Seiten, im Wesentlichen stand ich aber meistens schlechter, ohne es zu merken. Zeitnot von mir kam dazu und die Bemühungen meines Gegners, den Zeitdruck für mich zu erhöhen, kamen mir in diesem Fall zugute: Er spielte nicht die besten Fortsetzungen, die mich wohl erledigt hätten. Nach 40 Zügen (wieder in schlechterer Stellung meinerseits) haben wir Remis vereinbart, da das Mannschaftsergebnis feststand.“

Leider hatte nämlich auch Andreas seine sehr gute Stellung nicht halten können und ein Opfer, das den Sieg forcieren sollte, funktionierte nicht und die Partie kippte:

„Eröffnung war neu, deshalb habe ich nur eine mittelgute Variante gespielt. Hab dann aber einen Königsflügelangriff bekommen, eine Opfervariante falsch gerechnet und stand am Ende in einem verlorenen Endspiel.“

Am Ende also eine 5,5:2,5-Niederlage bei unserer Premiere, die insgesamt zu hoch war. Wir waren keinesfalls chancenlos und nehmen uns genau das für die Saison mit.

Am 04.10. geht es zu Hause gegen Solingen III weiter.